Kichererbsen und Sauerkraut

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Gespeichert von Anja Pfeffermann am 1. November 2021
1. November 2021

Unser Auszubildender Koch nimmt am deutsch-israelischen Kochwettbewerb „We – Future Chefs“ teil

Kichererbsen und Sauerkraut

Kichererbsen, Sauerkraut, Kreuzkümmel und Bier – diese Zutaten stehen auf dem Einkaufszettel von Vincent Hoyer. Der 18-jährige ist im dritten Jahr seiner Ausbildung zum Koch in der Küche der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit ein paar Wochen ist klar: Er und sein Teampartner, Simon Häfke, sind eines der acht Final-Teams des deutsch-israelischen Wettbewerbs „We – Future Chefs“. Die beiden Jungköche wollen im Wettbewerb zeigen, „dass wir in Berlin für kulturelle Vielfalt stehen“.

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Kichererbsen, Sauerkraut, Kreuzkümmel und Bier – diese Zutaten stehen auf dem Einkaufszettel von Vincent Hoyer. Der 18-jährige ist im dritten Jahr seiner Ausbildung zum Koch in der Küche der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit ein paar Wochen ist klar: Er und sein Teampartner, Simon Häfke, sind eines der acht Final-Teams des deutsch-israelischen Wettbewerbs „We – Future Chefs“. Die beiden Jungköche wollen im Wettbewerb zeigen, „dass wir in Berlin für kulturelle Vielfalt stehen“.

Mit der Jury-Entscheidung bekamen die Beiden auch eine Einkaufsliste und ihren Arbeitsauftrag: Sie werden am Finalwochenende ein Drei-Gänge-Menü für zehn Personen präsentieren mit vielen Pflicht-Zutaten und zwei Berliner Wahlzutaten als „deutlich erkennbare Zutaten“ der Region – in diesem Fall sind Teltower Rübchen dabei. Der deutsch-israelische Kochwettbewerb soll eine kulinarische Brücke zwischen Deutschland und Israel bauen. Dem Präsidenten des Verbands der Köche Deutschlands (VKD), Richard Beck, liegt dieser Aspekt besonders am Herzen: „Mit ‚We – Future Chefs‘ werden kulinarische Brücken gebaut. Kochwettbewerbe sind für viele Azubis das Highlight ihrer Ausbildungszeit – und beim VKD seit vielen Jahren Tradition. Deshalb freuen wir uns sehr, das deutsch-israelische Wettkochen zu unterstützen.“  

Deutsch-israelisches Programm lebt von gegenseitiger Anregung

Der Wettbewerb ist eine Aktion des Deutsch-Israelischen Programms zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung. Seit über 50 Jahren kooperieren Israel und Deutschland in den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Bildung. Das Programm ist ein bilaterales Kooperations- und Förderprogramm zwischen dem israelischen Ministerium für Arbeit und Soziales und dem deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation ist seit Herbst 2020 die durchführende Stelle in Deutschland und setzt das Programm im Auftrag des BMBF um.

Obwohl sich die Gegebenheiten und Rahmenbedingungen der Berufsbildung in beiden Ländern unterscheiden, lebt das Israel-Programm von gegenseitiger Anregung und Zusammenarbeit. Technische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen stellen die Berufsbildung in Israel und Deutschland vor ähnliche Herausforderungen: Fachkräftemangel, Durchlässigkeit zwischen Hochschul- und Berufsbildung, Inklusion oder die Steigerung der Attraktivität der Berufsbildung. Das Israel-Programm soll in beiden Ländern Impulse zur Weiterentwicklung der Berufsbildung auf unterschiedlichen Ebenen geben. Darüber hinaus soll es, im Wissen um die Vergangenheit, einen Beitrag dazu leisten, die Gegenwart der deutsch-israelischen Beziehungen mit Inhalten zu füllen.
Daher ist es kein Wunder, dass der Koch-Wettbewerb gleichzeitig in Israel und Deutschland stattfindet. Die erstplatzierten Teams werden synchron in ihrem Heimatland „ihr“ Menü für zehn Personen kochen. Nachdem die vegetarische Vorspeise, das Hauptgericht (mit Fisch) und die Nachspeise gegessen sind, wird die Jury ein deutsches und ein israelisches Siegerteam küren. Aus den Rezepten der Köche wird ein Kochbuch entstehen.

Weit zurückreichende Beziehungen zwischen NRW und Israel

„Lasst euch von der reichen Kultur inspirieren und verknüpft sie vielleicht auch mit euren regionalen Spezialitäten. Die Jury wartet gespannt auf eure Ideen“, animieren die Organisatoren des Wettbewerbs die Finalisten. Scheu vor der fremden Küche hat Hoyer nicht. Vielmehr habe er schon etwas Übung im Kochen israelischer Gerichte: „Wir haben auch eine Filiale in Israel. Dadurch konnte ich schon bei mehreren Veranstaltungen Speisen aus Israel kochen.“

Tatsächlich unterhält die Regierung des Landes Nordrhein-Westfalen ein Büro in Tel Aviv. Und nicht erst mit der Eröffnung dieses Büros in Israel gibt es eine enge Verbindung beider Regionen. Schon in der Nachkriegszeit setzte sich Nordrhein-Westfalen für den deutsch-israelischen Dialog ein. Noch lange bevor im Jahr 1965 diplomatische Kontakte aufgenommen wurden, bezogen israelische Diplomaten in Köln und später in Bonn Quartier. Dabei spielte der Sport als Eisbrecher stets eine besondere Rolle. Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Präsident des Deutschen Sportbunds Willi Daume war 1957 der erste Vertreter einer deutschen Organisation, der offiziell nach Israel eingeladen wurde. Zur selben Zeit absolvierten zwei israelische Sportler einen Studienaufenthalt an der Deutschen Sportakademie in Köln. Ab 1958 waren israelische Fußballtrainer regelmäßig für Fortbildungen an der Deutschen Sportakademie in Köln zu Gast.

So ist es kein Wunder, dass das Land Nordrhein-Westfalen seit den 1960er Jahren besondere Beziehungen zu Israel pflegt. Diese wurden kontinuierlich von allen Landesregierungen ausgebaut: Weichenstellungen waren die Unterzeichnung einer Gemeinsamen Absichtserklärung zur bilateralen wissenschaftlichen Zusammenarbeit 2004, die Belebung des Schul- und Jugendaustauschs 2008 und die Unterzeichnung einer Gemeinsamen Absichtserklärung zur Zusammenarbeit mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem 2014. Im Jahr 2020 dann die Eröffnung des Israel Büros – das erste Büro dieser Art, das Nordrhein-Westfalen im Ausland einrichtete.

Noch älter sind die Belege jüdischen Lebens in Deutschland, sie stammen aus Köln: Ein Dekret des römischen Kaisers Konstantin, datiert auf den 11. Dezember 321 n. Chr., gilt als ältester Nachweis für die Existenz einer jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Dieses legte fest, dass Juden städtische Ämter in der Kurie, der Stadtverwaltung Kölns, bekleiden dürfen und sollen. Die jüdische Gemeinde in Köln gilt damit als die älteste nördlich der Alpen. Nordrhein-Westfalen ist mit rund 27.000 Menschen jüdischen Glaubens Heimat der größten jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.  

Das 1700. Jubiläum dieses historischen Datums verdeutlicht die lange gemeinsame Geschichte jüdischer und nicht-jüdischer Bevölkerung in Deutschland. 2021 wurde das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. Zur Förderung und Koordinierung der Veranstaltungen dieses Festjahres hat sich der Verein „321 – 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ gegründet, den das Land Nordrhein-Westfalen fördert. Aus diesem Anlass gibt es eine „Erklärung der Landesregierung zum jüdischen Leben in Nordrhein-Westfalen und zur Bekämpfung des Antisemitismus“.  

Gewinnen Hoyer und Häfke den Wettbewerb, knüpfen sie als Vertreter der jüngsten Generation an die gute deutsch-israelische Tradition Nordrhein-Westfalens an. Auf sie wartet dann ein einwöchiger "Culture and Work"-Reise in Israel, der neben einem Blick in die israelische Kulinarik und Lebensmittelproduktion auch Kultur und ein bisschen Urlaub vorsieht.

Erfahren Sie mehr über das Israel-Programm.

Text: Benedikt Heider, Fotos: Vincent Hoyer

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