Staatssekretärin Gonca Türkeli-Dehnert und Leiter des Israel-Büros eröffnen Ausstellung „Listening to the Survivors"

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Gespeichert von Robin Teller am 23. November 2022
17. November 2022

Staatssekretärin des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft Gonca Türkeli-Dehnert und Leiter des Israel-Büros eröffnen Ausstellung „Listening to the Survivors"

Israelische und deutsche Studierende illustrieren Erinnerungen einer Düsseldorfer Holocaust-Überlebenden

Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und der Holocaust rücken zeitlich in immer weitere Ferne. Doch das Gedankengut, welches diesen Zivilisationsbruch ermöglichte, besteht weiter fort: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Hass stellen heute wieder ein immer größer werdendes Problem dar. Wenn wir uns mit der Geschichte der Shoa befassen, sprechen wir also nicht nur von Vergangenheit: Antisemitismus bleibt Teil unserer Gegenwart. Und wir müssen alles tun, damit er unsere Zukunft nicht bestimmt. Vor diesem Hintergrund bleibt es unverändert wichtig, die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten wachzuhalten und sich aktiv mit den Fehlern der damaligen Zeit und ihren Lehren auseinanderzusetzen.

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Dass wir unsere schwere Vergangenheit verstehen können, verdanken wir Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Sie haben unermessliches Leid und Grausamkeit erfahren. Als Mahner haben sie Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs als moralischer Kompass gedient und erfüllen bis heute eine wichtige Rolle gegen das Vergessen. Doch die Zahl derer, die noch Zeugnis ablegen können schwindet. Was wird sein, wenn es die Zeitzeugen nicht mehr gibt, wenn keine Überlebenden der Shoa mehr befragt werden können? 

Um sich dieser Frage zu stellen, initiierte das Landesbüro eine deutscher und israelischer Design-Studierender der Hochschule Düsseldorf (HSD) und der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem. Sie haben mit der Düsseldorfer Holocaust-Überlebenden Edith Bader-Devries ein Interview geführt, in dem sie ihr Schicksal im Dritten Reich schildert. Sie hat von ihrer Kindheit in Weeze berichtet, wo sie 1935 geboren wurde, von der Deportation ihrer Familie über den Alten Schlachthof nach Theresienstadt und vom Überleben im Konzentrationslager.
 

 

Mithilfe des graphic recording haben die Studierenden die Erinnerungen von Edith Bader-Devries zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Auseinandersetzung genommen und sie in visuelle Sprache übersetzt und auf diese Weise eine Art illustriertes Protokoll erstellt. Betreut wurde dieses Austauschprojekt von Prof. Mone Schliephack, HSD und auf israelischer Seite von Orit Bergman, Head of Illustration an der Bezalel Academy Jerusalem. 

Dabei lassen sich unterschiedliche Betrachtungsweisen von Israelis und Deutschen hinsichtlich der Shoa erkennen, was den Einfluss der Kultur, in der die Studierenden aufgewachsen sind, auf die Art und Weise, wie sie die Erinnerungen von Edith Bader-Devries an den Holocaust visualisieren, vor Augen führt. 

Mit der Holocaust-Überlebenden Edith Bader-Devries als eine der wenigen letzten Zeitzeuginnen der Nazi-Zeit wird so eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart und ein Beitrag zur Völkerverständigung und zur Erinnerungskultur hergestellt. Dadruch, dass Studierende aus Israel und NRW sich gemeinsam mit diesem Themenkomplex auseinandersetzen, werden sie Teil einer zukunftsgerichteten Retrospektive, in deren Rahmen junge Menschen unserer Völker zusammenkommen und helfen, Vorurteile, Antisemitismus und Hass zu bekämpfen.
 

 

Die Ausstellung, welche am 17/11/2022 von Staatssekretärin Türkeli-Dehnert eröffnet wurde, ist für einen Monat auf dem Campus der Hochschule Düsseldorf zu sehen, auf dem Gelände des ehemaligen städtischen Schlachthofes Düsseldorf-Derendorf. Heute befindet sich hier der Erinnerungsort Alter Schlachthof. Die frühere, denkmalgeschützte Großviehmarkthalle war in den Jahren 1941-1944 die zentrale Deportationssammelstelle des gesamten Regierungsbezirkes Düsseldorf. Fast 6.000 jüdische Frauen, Männer und Kinder mussten sich auf Anordnung der Gestapo hier einfinden, die meisten wurden in den Jahren 1941/42 deportiert: in die Ghettos von Łódź, Minsk, Riga, Izbica und Theresienstadt. Die meisten von ihnen wurden ermordet. Viele starben an Unterernährung, Entkräftung und Krankheiten. Nur wenige überlebten ihre Deportation. Eine von ihnen war Edith Bader-Devries.

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