Hauts-de-France

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Gespeichert von Nina Heil am 27. Februar 2015

Hauts-de-France

Partnerregion in Frankeich

Mit der Region Hauts-de-France (früher Nord-Pas-de-Calais) ist Nordrhein-Westfalen seit vielen Jahren eng verbunden, bereits 2004 wurde ein gemeinsames Arbeitsprogramm vereinbart. Besonders die Aktivitäten zum 50. Jubiläum des deutsch-französischen Elysée-Vertrages und die Unterzeichnung einer Gemeinsame Erklärung im Jahr 2014 trugen zur Intensivierung der Kontakte bei. Die historische Verbundenheit aufgrund gemeinsamer Erfahrungen als Montanregionen, der Dialog zu den Themen Jugendmobilität, Industriekultur, Energie und Umwelt sowie die Zusammenarbeit im Regionalen Weimarer Dreieck prägen die Partnerschaft.

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Porträt der Region

Die Region Hauts-de-France im Nordosten Frankreichs entstand 2016 durch den Zusammenschluss der Regionen Nord-Pas-de-Calais und Picardie im Rahmen der französischen Territorialreform. Sie grenzt an Belgien und ist durch den Eurotunnel seit 1993 mit dem Vereinigten Königreich verbunden, das auf der anderen Seite des Ärmelkanals liegt.

Hauts-de-France zeichnete sich von jeher durch starke Industrie aus. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die Industrialisierung Frankreichs in der Textilindustrie Nord-Pas-de-Calais ihre Anfänge. Die Textilindustrie bildete gemeinsam mit der Kohleförderung und der Schwerindustrie die wichtigsten Wirtschaftssäulen der Region. Der frühe Ausbau des Schienennetzes im Norden Frankreichs, insbesondere die Anbindung Lilles an Paris und die Seehäfen der Region trugen zur wirtschaftlichen Entwicklung bei.

Im Kohlebecken „bassin minier“ wurde 250 Jahre lang Steinkohle zu Tage gefördert, bis die Förderung 1990 eingestellt wurde. 220 000 Menschen waren noch in den 50er Jahren im dortigen Bergbau beschäftigt, darunter auch zahlreiche polnische Bergleute. Die Fördersumme betrug zu der Zeit 50 % der gesamtfranzösischen Steinkohleförderung. Durch die Montanindustrie nahm die Region jene Gestalt an, die sie noch heute prägt.

Heute ist Hauts-de-France die drittbevölkerungsreichste und - gemessen an dem Bruttoinlandsprodukt - eine der wirtschaftsstärksten Regionen Frankreichs. 67 % aller Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft tätig, welche damit den wichtigsten Wirtschaftssektor in Hauts-de-France darstellt. Aber auch der Eisenbahnbau, die Automobilindustrie, die Lebensmittelindustrie und die metallverarbeitende Industrie tragen entscheidend zur Wirtschaftskraft der Region bei.

Die Landschaft und die Kultur von Hauts-de-France sind facettenreich und lebendig: die Opalküste mit ihren Kreidefelsen und Badeorten wie Wimereux, der Hafen von Calais als Europas größtes Tor zum Vereinigten Königreich, altes Industrieerbe, Bocage-Landschaften, Getreidefelder sowie Burgen, Schlösser und Herrensitze prägen das Bild der Region. 2004 war Lille, Verwaltungssitz der Region, Kulturhauptstadt Europas. Hauts-de-France beherbergt zudem fünf UNESCO-Weltkulturerbe: das Sumpfgebiet Audomarois bei St. Omer, Weinberge, Weinhäuser und Weinkeller der Champagne, die Kathedrale von Amiens, die Schlackenhalden des Kohlebeckens „bassin minier“ (auch bekannt als „schwarze Pyramiden“) und die Zitadelle von Arras.

Geschichte der Partnerschaft

Nordrhein-Westfalen und Hauts-de-France verbinden nicht nur ihre geographischen Nähe. Gemeinsame Erfahrungen als Kohleregion sowie der Transformationsprozess nach dem Rückgang des Kohleabbaus verbinden die Regionen ebenfalls. Die bilateralen Beziehungen von Nordrhein-Westfalen und Hauts-de-France haben ihre Wurzeln in der Kooperation der Regionen auf europapolitischer Ebene, im Ausschuss der Regionen, und der trilateralen Zusammenarbeit im Regionalen Weimarer Dreieck mit der polnischen Woiwodschaft Schlesien. Der politische Dialog hat somit eine lange Tradition.

Am 27. August 2004 vereinbarten der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, Wolfram Kuschke, und die Vizepräsidentin des Regionalrats der Region Nord-Pas de Calais, Martine Filleul, ein gemeinsames Arbeitsprogramm zur bilateralen Zusammenarbeit der beiden Regionen. Schwerpunkte des Arbeitsprogramms waren die Sprachausbildung, die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen, der Austausch in den Bereichen Kultur und Sport und die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. 

Daraus entwickelte sich die Gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit und den Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und der Region Nord-Pas-de-Calais, welche die Spitzen der Regionen, am 17. Januar 2014 in Düsseldorf unterzeichnet. Die Gemeinsame Erklärung legte die Politikfelder der engeren Zusammenarbeit für drei Jahre fest: Bildung, Energie, wirtschaftliche Entwicklung, Innovation, Wissenschaft und Forschung, Kultur und gemeinsames industrielles Erbe. Auch die Förderung der Sprachausbildung, der interkulturellen Erziehung und der Mobilität junger Menschen sind wichtige Themen der Zusammenarbeit.

Im Zuge der französischen Territorialreform wurden die Regionen Nord-Pas de Calais und Picardie unter dem Namen Hauts-de-France zusammengeführt. Zum Präsident des Regionalrats wurde Xavier Bertrand gewählt. Dieser bekräftigte die Zusammenarbeit mit Nordrhein-Westfalen weiterzuführen und vertiefen zu wollen.

Zum nächstmöglichem Zeitpunkt ist 2021 die Erneuerung der Gemeinsamen Erklärung geplant. Sie soll die Kooperation beider Regionen zukunftsorientiert ausrichten.

Zusammenarbeit zwischen Nordrhein-Westfalen und Hauts-de-France

 

Die Gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit und den Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und der Region Hauts-de-France bildet das Fundament der Kooperation und legt die inhaltlichen Schwerpunkte fest. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Stärkung der Jugendmobilität und der Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der Industriekultur und zu den Themen Energie und Umwelt.

Eine erneuerte Gemeinsame Erklärung soll 2021 unterzeichnet werden. Als neue Felder der Zusammenarbeit identifizierten die Teilnehmer einer Delegationsreise von Staatssekretär Dr. Mark Speich die Themen digitale Transformation der Regionen, Verkehr und künstliche Intelligenz sowie Klimaschutz und die Förderung erneuerbarer Energien. Die Erneuerung geht auf ein Treffen von Ministerpräsident Armin Laschet und Regionalratspräsident Xavier Bertrand im Juni 2019 zurück.

Kooperationsfelder

Die Zusammenarbeit des Ministeriums für Schule und Bildung mit der Académie Lille ist eine besonders erfolgreiche Kooperation. Im Mittelpunkt steht die Förderung der Partnersprache und der Jugendmobilität im allgemein schulischen und beruflichen Bildungsbereich. Ein weiterer Ansatz zur Förderung der Jugendmobilität ist die vom Verein „Arbeit und Leben DGB/VHS NW e.V.“ sowie der französischen Partnerorganisation CEMÉA Nord-Pas-de-Calais mit Unterstützung des Deutsch-Französischen Jugendwerks gegründete Initiative Route NN. Jährlich findet eine Fachtagung zur Förderung der interkulturellen Begegnungen zwischen der Region Hauts-de-France und Nordrhein-Westfalen statt.

Der Themenkomplex Industriekultur bildet einen Ausgangspunkt der Kooperation. Die Regionen tauschten Erfahrungen sowie Strategien zur Neunutzung von altindustriellen Flächen und Industriedenkmälern sowie zur touristischen Inwertsetzung und Vermarktung des industriellen Erbes aus. Auch beim Thema Energie und Umwelt wird intensiv zusammengearbeitet. Neben der politischen Ebene werden regelmäßig auch relevante Akteure und Cluster einbezogen.

Auch auf Ebene der Städte und Gemeinden sind Nordrhein-Westfalen und Hauts-de-France eng vernetzt: 87 Städtepartnerschaften, etwa ein Drittel der gesamten Städtepartnerschaften nordrhein-westfälischer Kommunen mit Frankreich, zeugen vom intensiven zivilgesellschaftlichen Dialog. Es bestehen zudem zahlreiche Schulpartnerschaften mit Schulen in Hauts-de-France.

Das Regionale Weimarer Dreieck

Im Regionalen Weimarer Dreieck sind Nordrhein-Westfalen und Hauts-de-France mit der polnischen Woiwodschaft Schlesien partnerschaftlich miteinander verbunden. Dabei haben sich feste Formate der trilateralen Zusammenarbeit herausgebildet, die im jährlichen Turnus durchgeführt werden. Dazu zählen der Expertenaustausch zum wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und kulturellen Strukturwandel der Regionen, der Jugendaustausch sowie ein gemeinsames Kulturprojekt („Kulturatrium“).
 

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