Sprachlernkonferenz "Gut, Besser, Französisch"

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Sprachlernkonferenz "Gut, Besser, Französisch"
13. September 2021

„Freundschaft setzt Verstehen voraus“

Sprachlernkonferenz "Gut, Besser, Französisch"

„Gut, Besser, Französisch“ hieß es am 13. September 2021 in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund – das bezog sich nicht in erster Linie auf das französische Mittagessen, sondern in besonderer Weise auf eine Sprachlernkonferenz, zu der der deutsch-französische Kulturbevollmächtigte Ministerpräsident Armin Laschet, die französische Botschafterin in Deutschland, Anne-Marie Descôtes, gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz und dem Institut Français eingeladen hatten. Die deutsch-französische Freundschaft und Versöhnung sind das Herz europäischer Integration. Die deutsche wie auch die französische Sprache sind dabei wichtige Schlüssel gegenseitiger Vertrauensbildung und Grenzüberwindung. 2019 verstärkten Deutschland und Frankreich mit dem Vertrag von Aachen ihre Zusammenarbeit. Im Aachener Vertrag heben beide Länder die Rolle der jeweiligen Partnersprache besonders hervor – und bekennen sich zur Förderung der Sprache des Anderen in Schule, Kultur und Berufswelt. Mit der Konferenz Titel „Gut, besser, Französisch: (Neue) Wege zur Förderung der Partnersprache“ in der nordrhein-westfälischen Landesvertretung bildet nun den Auftakt dieses Projekts. Weiter geht es demnächst in Paris. Dann geht es um die Frage „Was braucht es zur Förderung der deutschen Sprache in Frankreich?“

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„Gut, Besser, Französisch“ hieß es am 13. September 2021 in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund – das bezog sich nicht in erster Linie auf das französische Mittagessen, sondern in besonderer Weise auf eine Sprachlernkonferenz, zu der der deutsch-französische Kulturbevollmächtigte Ministerpräsident Armin Laschet, die französische Botschafterin in Deutschland, Anne-Marie Descôtes, gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz und dem Institut Français eingeladen hatten. Die deutsch-französische Freundschaft und Versöhnung sind das Herz europäischer Integration. Die deutsche wie auch die französische Sprache sind dabei wichtige Schlüssel gegenseitiger Vertrauensbildung und Grenzüberwindung. 2019 verstärkten Deutschland und Frankreich mit dem Vertrag von Aachen ihre Zusammenarbeit. Im Aachener Vertrag heben beide Länder die Rolle der jeweiligen Partnersprache besonders hervor – und bekennen sich zur Förderung der Sprache des Anderen in Schule, Kultur und Berufswelt. Mit der Konferenz Titel „Gut, besser, Französisch: (Neue) Wege zur Förderung der Partnersprache“ in der nordrhein-westfälischen Landesvertretung bildet nun den Auftakt dieses Projekts. Weiter geht es demnächst in Paris. Dann geht es um die Frage „Was braucht es zur Förderung der deutschen Sprache in Frankreich?“

Einen Tag lang diskutierten Expertinnen und Experten über Herausforderungen bei der Förderung der französischen Sprache in Deutschland. In sechs Workshops sprachen die Teilnehmenden über Möglichkeiten und Grenzen dieses Zukunftsprojekts – auf praktischer und theoretischer Ebene. Ob auf dem Markt der Möglichkeiten, im Rahmen eines Podiumsgesprächs oder am Stehtisch mit einem kühlen Getränk: Zahlreiche Best-Practice-Beispiele aus dem deutsch-französischen (Bildungs-)Alltag wurden ausgetauscht, diskutiert und zur Nachahmung empfohlen.

Abiturienten mit Schwerpunkt Französisch gewürdigt

Ein solches Beispiel erfuhren die Besucherinnen und Besucher gleich zu Beginn: Dr. Dominik Fanatico, der das Büro II des deutsch-französischen Kulturbevollmächtigten leitet, erzählte wie sich Armin Laschet selbst für die deutsch-französische Sache einsetzt. Vor wenigen Wochen schrieb Laschet als Kulturbevollmächtigter allen Abiturientinnen und Abiturienten, die Französisch als Schwerpunkt gewählt hatten, einen Brief, beglückwünschte sie zu ihrer Entscheidung und bot ihnen Austauschprogramme und weiterführende Fördermöglichkeiten an. Freundschaft setze Verstehen und damit das Erlernen der Sprache des Anderen voraus, fasste Fanatico die Motivation des Kulturbevollmächtigten zusammen – um gemeinsam Grenzen zu überwinden. Die Veranstaltung in der nordrhein-westfälischen Landesvertretung soll in Praxis und Theorie einen Beitrag dazu leisten. Gleichzeitig diente sie zur inhaltlichen Vorbereitung für die Tags darauf stattfindende „Konferenz zur Erarbeitung einer deutsch-französischen Strategie zur Förderung der Partnersprache“.

Die Sprachlernkonferenz des Kulturbevollmächtigten geht auf Artikel 10 des Vertrags von Aachen zurück. Dieser Vertrag knüpft an den Élysée-Vertrag von 1963 an, der einen bedeutenden Beitrag zur historischen Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich geleistet hat. Der Aachener Vertrag ist ein Bekenntnis zu einem starken, zukunftsfähigen und souveränen Europa. Im zehnten Artikel dieses Vertrags verpflichten sich Frankreich und Deutschland zur „Entwicklung von mit ihrer verfassungsmäßigen Ordnung in Einklang stehenden Strategien zur Erhöhung der Zahl der Schülerinnen, Schüler und Studierenden, die die Partnersprache erlernen“. Auf Initiative des Deutsch-Französischen Kulturbevollmächtigten, Ministerpräsident Armin Laschet, sowie seines französischen Amtskollegen, Bildungsminister Jean-Michael Blanquer, hat die Konferenz der Kultusministerinnen und -minister der Länder sowie der französischen Recteurs und Rectrices d’académie am 25. Januar 2021 die deutsch-französische Expertenkommission für das Allgemeinbildende Schulwesen mit der Ausarbeitung einer solchen Strategie beauftragt. In der Botschaft des Westens gab es dazu nun den Startschuss. Wegen unterschiedlich strukturierter Bildungssysteme erarbeiten Deutschland und Frankreich zuerst separat ihre Sprachlern-Strategien. 2022 werden diese nationalen Pläne auf bilateraler Ebene zusammengeführt und Ende 2022 als eine gemeinsame Strategie verabschiedet. Botschafterin Anne-Marie Descôtes sieht in dieser „deutsch-französischen Co-Produktion“ die Chance, „gemeinsam die Nachfolger und Nachfolgerinnen der deutsch-französischen Freundschaft auszubilden.“ Nur wer die Sprache des Partners beherrsche, könne ihn auch wirklich verstehen und ihm so immer näherkommen. So solle Europa für junge Menschen immer mehr zu einem Raum der Mobilität und Möglichkeiten werden.

Französisch zur Verankerung des europäischen Gedankens

Schon jetzt ist das deutsche und französische Schulsystem in Nordrhein-Westfalen stark vernetzt. Auf dem Podium bezeichnete Yvonne Gebauer, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Anstellung von 39 Fremdsprachen-Assistenzkräften in Nordrhein-Westfalen als wichtigen Baustein zur „Verankerung des europäischen Gedankens“. Dabei dürfe es aber nicht bleiben, stellte die Ministerin fest: „Wir brauchen viel mehr Lehrkräfte aus dem europäischen Ausland.“ Auch der Schulaustausch werde nun weiter intensiviert werden – dank Digitalisierung sei aber auch zu Hochzeiten der Pandemie einiges möglich gewesen und der Kontakt nicht abgebrochen, freute sich die Ministerin. Mit Blick auf die vielen Initiativen und Möglichkeiten der Schulen sagte Ministerin Gebauer: „Konrad Adenauer und Charles de Gaulle würden mit Freude auf unsere Schulen schauen.“ Sprachförderung könne jedoch nur gelingen, wenn alle Akteure im Blick blieben.

In diesem Sinne betonte der Hauptgeschäftsführer der deutsch-französischen Industrie- und Handelskammer, Patrick Brandmaier, die wirtschaftliche Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft – für Unternehmen aber auch Bürgerinnen und Bürger. Das Beherrschen der Sprache vereinfache wirtschaftliche Zusammenarbeit und steigere die Effizienz und Produktivität. Heute arbeiten mehr als 600.000 Deutsche und Franzosen im jeweiligen Nachbarland – das dürfe man nicht unterschätzen, warnte Brandmaier. Emmeline Charenton, die Generalsekretärin der Jungen Europäischen Föderalisten in Deutschland erzählte aus ihrer Bildungsbiographie und Lebensrealität: „Unsere Generation kommt ohne Mehrsprachigkeit nicht durch!“ Viel zu oft werde übersehen, dass die französische Sprache ständig und überall eine Rolle spiele – wer sich dessen bewusst sei, erweitere seinen Horizont, ist sich die Studentin sicher. Es brauche mehr Sensibilisierung für Sprache und Kultur europäischer Nachbarn. Zugleich warb sie für eine Normalisierung andere Kulturen kennen- und verstehen zu lernen. In diesem Sinne schlug Botschafterin Descôtes ein Erasmusprogramm für Lehrer und Lehrerinnen vor. Sie könnten, so die Botschafterin, als Mediatoren und Mediatorinnen einen im Wortsinn grundlegenden Beitrag zur Sprachförderung leisten. Dieser Kampf lohne sich, ist sich Ministerin Gebauer sicher. Freundschaften müssten schließlich gepflegt werden.

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