Die deutsch-polnischen Beziehungen zwischen Harmoniebedürfnis und realpolitischen Differenzen

Bild des Benutzers Arno Bauermeister
Gespeichert von Arno Bauermeister am 28. August 2019
Stefan Szwed 2019
26. August 2019

Die deutsch-polnischen Beziehungen zwischen Harmoniebedürfnis und realpolitischen Differenzen

Adalbert-Lecture in der Landesvertretung

Die zweite „Adalbert-Lecture“, mit der die Zusammenarbeit der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens beim Bund mit der Adalbert-Stiftung aus Krefeld fortgesetzt wurde, widmete sich dem deutsch-polnischen Verhältnis aus der Perspektive der Internationalen Beziehungen.

bislang nicht bewertet
 

Bei der ersten Vorlesung der Reihe hatte im März der polnische Botschafter Andrzej Przyłębski seine Sicht auf das bilaterale Verhältnis dargelegt. Diesmal war es ein Wissenschaftler polnischer Herkunft von der Universität, Dr. Stefan Szwed, der die wechselhafte Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen seit der Wende 1989 aus einer wissenschaftlichen Perspektive analysierte. Anhand zahlreicher Beispiele illustrierte er dabei sehr anschaulich das Schwanken zwischen dem Wunsch nach Harmonie zwischen beiden Staaten einerseits und wiederkehrenden Differenzen andererseits. Der von dem damaligen polnischen Außenminister Skubiszewski 1990 formulierte Vorstellung einer „deutsch-polnischen Interessensgemeinschaft“ stellte Dr. Szwed eine Asymmetrie in zahlreichen Dimensionen entgegen – sei es das Verhältnis zu Russland, die wirtschaftliche Entwicklung oder auch kulturelle sowie politische Selbstverständnis. Diese Asymmetrie habe immer wieder dazu geführt, dass die gegenseitigen Erwartungen und Hoffnungen auf der politischen Ebene frustriert würden. Zugleich sei das gegenseitige Verhältnis immer wieder von dem Bestreben geprägt, sich anzunähern und ein harmonischeres Verhältnis zu entwickeln. In der Anschließenden Diskussion wurde aus dem Publikum gleich mehrfach auf die engen wirtschaftlichen Beziehungen und auf die ausgeprägten zivilgesellschaftlichen und regionalen Kontakte verwiesen. Die Partnerschaft Nordrhein-Westfalens mit der Woiwodschaft Schlesien sei hier nur als ein Beispiel unter vielen genannt. Die Bedeutung dieser dezentralen, nichtstaatlichen Verbindungen wurden auch von Dr. Szwed anerkannt, der zugleich aber auch darauf hinwies, dass die zwischenstaatlichen Beziehungen sich davon unabhängig stets eher aus den jeweils relevanten politischer Strömungen entwickelt hätten, die großen teils innenpolitisch motiviert seien. Im Ergebnis empfahl Dr. Szwed, die strukturellen und kognitiven Asymmetrien stärker bei der Ausgestaltung der deutsch-polnischen Beziehungen zu beachten.
 

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Kontakt

Pressestelle

KEINE ERGEBNISSE

Information

Downloads

Tastatur mit Download-Zeichen
KEINE ERGEBNISSE

Links

Zum Thema

Information